Chronik

Chronik des Unternehmens seit 1902

Um 1900

Der einer alten Hamburger Bürgerfamilie entstammende Friedrich Jasper ist Besitzer eines Restaurants in der Admiralitätsstraße.

6.9.1902

Friedrich Jasper kauft seinen ersten 1-Zylinder-Wagen, der zu dieser Zeit noch etwas sehr Außergewöhnliches darstellt, und gründet damit seine Firma. Zusammen mit Hamburger Hotelportiers organisiert er so erste Stadtrundfahrten.

Die Idee kam bei der Bevölkerung und den Besuchern gut an, und so wurden schon bald zwei weitere Wagen angeschafft.

1906

Friedrich Jasper gibt sein Restaurant auf und siedelt mit seinem Busunternehmen in eine eigene Garage in der Dorotheenstraße um.

Das Unternehmen erweitert sein Angebot und bietet nun neben Stadtrundfahrten auch Überlandfahrten nach Ratzeburg, Lübeck, Travemünde, etc. an.

1911

Der Fuhrpark des Unternehmens besteht mittlerweile aus sieben Luxus-Personenwagen. Aufgrund der ungünstigen Lage der bisherigen Garage zieht das Unternehmen ein weiteres Mal um, dieses Mal in eine neu erbaute Garage in Großen Bleichen, die weiter im Stadtinneren liegt und zusätzlich zur Unterbringung der eigenen Wagen auch Unterstand und sachgemäße Pflege für andere Autos bietet.

1911-1914

Der Wagenbestand wurde auf nunmehr 14 Personen- und Luxustourenwagen aufgestockt. Um seine Fahrer auch im Winter beschäftigen zu können, lässt Friedrich Jasper 8 kleine Lieferwagen bauen, die er besonders zur Weihnachtszeit an die Kaufhäuser vermietet.

1914

Im Frühjahr gründet Friedrich Jasper zusammen mit den Hotelportiers die "Hansarundfahrt GmbH" und lässt eigens für Stadtrundfahrten drei große Opelwagen für je 30 Personen bauen, die gleich nach Ausbruch des Krieges im Sommer wieder beschlagnahmt werden. Kurze Zeit später werden auch die kleineren Wagen eingezogen.

1915

Die zivile Bevölkerung darf während des Krieges lediglich zur Beförderung von Ärzten über Autos verfügen. Friedrich Jasper baut daraufhin seine Lieferwagen um und stellt sie in den Dienst der Ärzte.

Durch die Zerstörung der Wagen während des Krieges ist das Unternehmen scheinbar am Ende. Die noch existierende Hansarundfahrt GmbH wird jedoch von Friedrich Jasper übernommen, und es werden wieder vier große Rundfahrtenwagen und ein kleinerer Zubringer angeschafft.

1924 werden vier große DAG-Wagen für 30 Personen gekauft, die erstmals mit Luftbereifung ausgestattet sind. Zur gleichen Zeit chartert die Hafen-Dampfschifffahrt den Dampfer "Senator Petersen" und richtet regelmäßige Sonntagsfahrten nach Cuxhaven ein.

Gegen Ende des Jahres wird das Betriebsgelände wegen Platzmangels an den Mühlendamm verlegt, wo sich bis Heute der Firmensitz des Unternehmens befindet.

Das Unternehmen nennt sich "Rund- und Gesellschaftsfahrten Friedrich Jasper". Im Frühjahr kauft das Unternehmen fünf weitere Wagen und hat seinen Fuhrpark mittlerweile wieder auf 15 Fahrzeuge aufgestockt.

Das Ausflugsprogramm wurde ständig erweitert, so dass jetzt zusätzliche Tagestouren, z.B. nach Travemünde oder Ratzeburg und mehrtägige Reisen angeboten werden. Reisende können sich bereits im Ausland für Fahrten durch Deutschland und Europa anmelden.

Friedrich Jasper stirbt am 23. März 1933; er hinterlässt keine Nachkommen. Seine Frau übernimmt die Leitung des Unternehmens, das durch die Weltwirtschaftskrise in Schwierigkeiten geraten ist. Die neue Geschäftsführerin regelt die verbleibenden Verbindlichkeiten und wandelt das Unternehmen in eine GmbH um, die von nun an "Friedr. Jasper Rund- und Gesellschaftsfahrten GmbH" heißt. Und auch die wirtschaftliche Lage verbessert sich langsam wieder.

1933

Die Ausstattung der Busse verbessert sich immer mehr, so haben die neueren Modelle bereits einen festen geschlossenen Aufbau. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit konzentriert sich auf Stadtrundfahrten in Hamburg sowie auf Ausflüge in die Umgebung. Außerdem werden PKW's mit Chauffeur an die Kunden vermietet.

1936

Die GmbH wird wieder in ein privates Unternehmen umgewandelt.

Die Busse werden teilweise durch geschlossene und komfortable Anhänger ergänzt, um mehr Gäste befördern zu können.

1939

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wird wieder ein großer Teil der Fahrzeuge vom Militär beschlagnahmt.

1941

Frau Jasper heiratet den früheren Schiffsmakler Herrn Richter. Zusammen übernehmen sie die Leitung des Unternehmens. Dabei konzentriert sich Frau Richter auf den Restaurant-Betrieb und Herr Richter auf den Fuhrpark und das dazugehörende Ausflugsprogramm.

1945

Bis zum Ende des Krieges ist der gesamte Fuhrpark zerstört, nur das Betriebsgelände ist größtenteils erhalten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges werden die Räumlichkeiten und Garagen der Firma von der englischen Besatzungsmacht beschlagnahmt. Es werden englische Militärfahrzeuge untergestellt und repariert.

Während dessen arbeitet das Unternehmen in der Armgartstraße weiter. Zerstörte Fahrzeuge werden so weit wie möglich wieder hergerichtet (z.B. mit Presspappe) und auf den Schiffen wird die Gastronomie wieder aufgenommen. Es werden wieder Ausflugsfahrten z.B. nach Berlin oder Flensburg angeboten und ein Liniendienst zum Flughafen Fuhlsbüttel eingerichtet, der den durch den Krieg stark geschädigten Schienenverkehr ersetzen soll.

1949

Die Rückgabe der Betriebsräume durch die Engländer an Jasper erfolgt. Nach der Währungsreform erlebt das Mietwagengeschäft mit in- und ausländischen Kunden einen starken Aufschwung, dabei machen sich alte Geschäftsbeziehungen und der Name Jasper bezahlt.

1952 wird die legendäre Flughafenlinie eröffnet, - mehr als fünfzig Jahre fahren die Hamburger und ihre Besucher mit den JASPER-Bussen, - später "Airport Express" genannt - vom Flughafen in die Hamburger City, Haltestelle Kirchenallee.

In den 50er Jahren kommen die ersten Busse mit eingebautem Heckmotor auf den Markt, dies verbessert den Fahrkomfort, da die Wagen ruhiger laufen und besser gefedert sind. Die Zeit der komfortablen Fernreisebusse beginnt.

1959

Das Unternehmen wird wieder in eine GmbH umgewandelt, deren Hauptgesellschafter die Hamburger Hochbahn AG ist. Noch 50% der Anteile bleiben in Familienbesitz.

Der Rundreisebetrieb wird erstmals auf ganz Europa ausgedehnt. Die Firma besitzt 22 Reisebusse.

Dez. 1965

In den Colonnaden wird ein Jasper Reisebüro eröffnet.

Am 17. April 1968 wird der erste "Doppeldecker" in Hamburg, ein zweistöckiger Neoplan Skyliner mit 79 Sitzplätzen, bei Jasper in Dienst gestellt. Während der sechziger und siebziger Jahre wird das nationale und internationale Rundreiseprogramm vergrößert. Die Reiseziele reichen vom Nordkap bis Gibraltar, von Irland bis nach Moskau. Insgesamt werden 22 Länder Europas bereist.

1975

Ein neues Programm mit dem Namen "Weltstadt Kurzreisen" wird ins Leben gerufen. Die angebotenen Reisen nach London, Oslo, Kopenhagen, etc. erweisen sich als Publikumsmagnet.

Die Firma unterhält neben dem Reisebüros in den Colonnaden ein Kontaktbüro am Flughafen und verkauft seine Reisen über mehr als 150 Agenturen im norddeutschen Raum.

Der Wagenpark besteht aus 54 hochmodernen Luxus-Reisebussen; etwa 100 ständige Mitarbeiter sind für das Unternehmen tätig.

1988

Die Hamburger Hochbahn AG verkauft ihre Jasper-Anteile an das Braunschweiger Busunternehmen Erich Mundstock.

1997

Als Mundstock zum Verkauf steht, erwirbt die Hamburger Hochbahn 80% der Anteile zurück. Die restlichen 20% werden von den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein AG übernommen.

Das Angebot von Jasper setzt sich zu diesem Zeitpunkt aus dem Linienverkehr zum Flughafen, dem Chartergeschäft, Stadtrundfahrten, Fernreisen und Tagesfahrten sowie zwei Reisebüros zusammen. Der Fuhrpark von Jasper besteht aus ca. 40 Bussen und das Unternehmen hat ca. 80 Mitarbeiter. Die Reisebüros und das Veranstaltungsgeschäft werden auf Grünwold/Reisering Hamburg übertragen.

1999

Für die Anbindung zum Flughafen wird der Airport Express als eigenes Produkt gestaltet. Es werden 15 Niederflur-Busse im neuen Design mit Spezialausrüstung in Dienst gestellt; wegen des großen Erfolgs der Verbindung Flughafen- City folgen 2004 komfortable Airport Liner mit Anschlüssen für Handy und Laptop, Leseleuchten und Klimaanlage.

Der Takt auf der Linie vom Hauptbahnhof zum Flughafen wird auf 15 Minuten, ab 2008 sogar auf 10 Minuten in den Hauptverkehrszeiten verdichtet.

Im Jahr 2002 folgt die Premierenfahrt der ersten Hafentour per Reisebus: "Auge in Auge mit den Giganten" – mittlerweile ein Klassiker der Hamburg-Touristik! In den kommenden Jahren gehen weitere sog. "InsiderTouren" an den Start, unter anderem die "ArchitekTour" 2004 sowie die "Zeitreise im Videobus" in 2006. 2008 folgt die "Filmstadt Hamburg - Das rollende Kino"; 2009 schließlich die Tour "Follow me" - Luftfahrt in Hamburg".

06.09.2002

Jasper betreibt seit 100 Jahren Busverkehr und feiert mit seinen Gästen auf dem Betriebshof in Hohenfelde.

Der 30. April 2009 ist ein trauriger Tag in der Geschichte JASPERS, - der letzte Airport Express Bus fährt um Mitternacht vom Flughafen zurück auf den Betriebshof. Die seit Anfang der 50er Jahre bestehende Direktbusverbindung konnte leider nicht länger gegen die Konkurrenz durch die S-Bahn-Anbindung des Flughafens und die schweren, krisenbedingten Einbrüche bei den Fluggastzahlen bestehen.

01.01.2006

Die Travers Omnibusgesellschaft m.b.H. (TRAVERS) hat gemäß Verschmelzungsvertrag vom 17. Mai 2006 im Wege der Verschmelzung durch Aufnahme gemäß Umwandlungsgesetz ihr Vermögen auf die Gesellschaft Friedr. Jasper Rund- und Gesellschaftsfahrten GmbH (JASPER) übertragen. Mit Eintragung im Handelsregister am 03. Juli 2006 hatte dieses rückwirkend zum 01. Januar 2006 zur Folge, dass TRAVERS als Unternehmen nicht mehr existiert und in JASPER aufgegangen ist.

Die Firma JASPER hat somit jetzt zwei Betriebsstandorte, einmal den Mühlendamm 86 mit rd. 100 Beschäftigten, und den Betriebshof Horner Landstraße 283, mit rd. 120 Beschäftigten.

Kontakt

Friedr. Jasper
Rund- und Gesellschaftsfahrten GmbH
Mühlendamm 86
22087 Hamburg

Tel.: (0 40) 22 71 06-10
Fax: (0 40) 22 71 06-25